Warum Events wichtig für die Klimaziele sind

16. Dezember 2024

Lesezeit: 3 Minuten

Autoren: Tanina Schlieker, Julian Hirschmann

Eventbranche
  • Die Eventbranche boomt: 2,58 Mio. Veranstaltungen in Deutschland (Prognose 2024) sind Treiber für Innovation und Vernetzung.
  • Die Umweltbelastung von Events: 13,8 Mio. Tonnen CO₂e jährlich – 2,3 % der deutschen Gesamtemissionen.
  • Hauptverursacher: An- & Abreise (bis zu 90 % der Emissionen), Catering (tierische Produkte, Abfälle) und Materialverbrauch (Einwegprodukte, Energie).
  • Herausforderungen: Fehlendes Bewusstsein, Zeit- & Kostendruck, geringe Transparenz bei Materialien.
  • Lösungen: In allen Bereichen einer Veranstaltung sind Maßnahmen möglich.
  • Warum handeln? Umwelt schützen, Kosten sparen, Marke stärken, Wettbewerbsvorteil sichern.
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2.580.000 Veranstaltungen finden laut Prognose des Meeting- und EventBarometer 2024 in Deutschland statt1 – das entspricht 7.049 Veranstaltungen pro Tag! Natürlich ist dies eine enorme Bereicherung für Gesellschaft und Wirtschaft, denn Veranstaltungen fördern Innovation, ermöglichen neue Zusammenarbeit und initiieren wichtige Diskussionen. Damit sind sie ein unverzichtbarer Motor für Fortschritt und Vernetzung. Doch was leider oftmals außer Acht fällt, sind die starken Umweltbelastungen, die die Eventbranche mit sich bringt. Mit einem Ausstoß von 13.800.000 Tonnen CO₂e p.a. ist die Eventbranche für 2,3% der Gesamtemissionen in Deutschland verantwortlich.2 Eine enorme Zahl, die dringend sinken muss! Als zukunftsorientierte Eventagentur haben wir uns genau das auf die Fahne geschrieben und möchten Ihnen in diesem Artikel aufzeigen, welche Hebel Sie haben, um Emissionen und Ressourcen bei Veranstaltungen zu schonen.

Eventbranche
  1. EITW (2024, S. 6). Management Summary: Meeting- und EventBarometer 2023/2024.
  2. Berechnung: 37 kg CO₂e je Person je Eventbesucher:in, 373 Mio Personen 2024 auf Events
  3. Haufe (2023): Nachhaltiges Catering
  4. EnergieAgentur.NRW (2019, S. 2): Leitfaden zu Veranstaltungen. Das Dokument ist online nicht mehr verfügbar.
  5. EITW (2024, S. 4). Management Summary: Meeting- und EventBarometer 2023/2024.
  6. EITW (2024, S. 41). Management Summary: Meeting- und EventBarometer 2023/2024.

Was macht Veranstaltungen überhaupt so klimaschädlich? 30% bis 90% der entstehenden Umweltbelastungen bei einem Event können durch die An- und Abreise der Teilnehmenden entstehen – besonders dann, wenn der Veranstaltungsort nicht gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angebunden ist oder eine dezentrale Lage aufweist, und Gäste somit auf klimaschädlichere Transportmittel wie Auto oder Flugzeug zurückgreifen müssen. Ein zweiter, sehr einflussreicher Faktor ist die Verpflegung der Gäste, bei dem durch die Verwendung von nicht-saisonalen, nicht-lokalen Produkten und/oder überwiegend Tierprodukten ein hohes Emissionspotential herrscht. Zudem landen 25 bis 30% des Caterings nach einer Veranstaltung durchschnittlich im Müll3. Und Lebensmittelreste machen nur einen Teil des entstehenden Abfalls aus: Durch die Verwendung von Einwegprodukten, gebrandeten Material und ineffiziente Planung entstehen bei einer Veranstaltung rund 2 kg Müll pro Gast4. Auch weitere Bereiche eines Events, wie Energieverbrauch und Materialeinsatz, sorgen für nicht zu vernachlässigende negative Umwelteffekte.

Diese Fakten sind nicht neu, sondern teilweise bereits jahrelang erwiesen – und dennoch gibt es keine merkliche Besserung. Woran liegt es also, dass die Eventbranche nicht emissionsärmer wird? Ein großes Hindernis ist das fehlende Bewusstsein für die starke Umweltbelastung von Veranstaltungen und die Dringlichkeit von Nachhaltigkeitsmaßnahmen, sowohl bei Gästen als auch bei den Veranstaltern und Dienstleistern selbst. Zudem erschweren Zeit- und Kostendruck sowie fehlende Transparenz zur Umweltbelastung von Dienstleistungen und Materialien die Integration von Nachhaltigkeit. Und einige Aspekte, wie das Verhalten der Teilnehmenden oder die Wahl des Energie-Zulieferers der Location, fallen außerhalb des direkten Einflussbereiches eines Veranstalters – zumindest vermeintlich, denn sie können stark beeinflusst werden.

Es gibt viele direkte und indirekte Ansatzpunkte und Hebel, um Emissionen einer Veranstaltung zu senken. Einige davon sind:
  • An- und Abreise mit geringeren Emissionen:
    • Incentivierung von Bahnreisen (z. B. durch Kooperationen mit der Deutschen Bahn, Reduktion des Ticketpreises oder Gewinnspiel)
    • Shuttle-Dienste mit E-Fahrzeugen oder Fahrrädern vor Ort
    • Ermöglichen von virtueller Teilnahme durch hybride Events
  • Catering:
    • Fokus auf regionale und saisonale Lebensmittel
    • Umstellung auf Mehrweg-Geschirr
    • Gezieltere Mengenplanung und Foodsharing bei Lebensmittelresten
  • Abfallmanagement und Materialeinsparung:
    • Reduzierung von Einwegartikeln durch neutrale Bedruckung
    • Einsatz von wiederverwendbaren Messe- und Bühnenelementen
    • Digitale Alternativen zu Flyern und Broschüren (QR-Codes, Apps)
  • Energieeinsparungen am Veranstaltungsort:
    • Auswahl einer Location nach Energiezulieferer (Strom aus erneuerbaren Energien)
    • Einsatz von LED-Beleuchtung und energieeffizienter Technik
    • Vermeidung von unnötiger Heizung/Klimatisierung
Neben dieser Auflistung gibt es unzählige weitere Maßnahmen, die auf großer und kleiner Ebene Emissionen reduzieren können. Dabei ist natürlich wichtig zu beachten, dass nicht jede Maßnahme für jede Veranstaltung geeignet ist. Dennoch lassen sich viele Aspekte beachten, um Reduktionsmaßnahmen systematisch in ein Event zu integrieren.

Und das lohnt sich nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen! Denn “Nachhaltigkeit wird zum Erfolgsfaktor”5 – sowohl durch Kostenreduktion als auch durch Wettbewerbsvorteile: Glaubwürdigkeit durch belegte Reduktion und transparente Berichte. Die Wiederverwendung von Materialien, der Einsatz energieeffizienter Technik sowie eine effektive Mengenplanung sparen sowohl kurz- als auch langfristig Ressourcen und dadurch Anschaffungskosten. Dass Nachhaltigkeit zwangsläufig teurer sein muss, ist daher schon seit Langem nur noch ein Mythos. Und laut einer Umfrage des EITW stimmen 87% der befragten Veranstalter zu, dass sie oder ihre Auftraggeber zunehmend Events mit messbaren Reduktionsanforderungen einfordern6. Durch die Integration von holistischen und transparenten Nachhaltigkeitsmaßnahmen können Sie Ihre Marke positiv hervorheben und die wachsende Zielgruppe der Kunden und Gäste erreichen, die einen hohen Wert auf belegte Reduktionsmaßnahmen legen.

Sie können also bereits bei Ihrem nächsten Event kleine Maßnahmen ergreifen, die eine große Wirkung haben. Gerne unterstützen wir Sie dabei und bringen Licht in die Komplexität der möglichen Handlungsfelder. Lassen Sie uns gemeinsam Ihr nächstes Event durchleuchten und herausfinden, an welchen Stellschrauben wir drehen können, um Reduktionshebel konkret umzusetzen.

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